Donnerstag, 18. Juli 2019

Der seltsame Schotte, der meine Geschichte kaufen wollte

Anfang Juli erhielt ich eine sehr, sehr seltsame E-Mail. Sie war auf Englisch verfasst und recht lang. 

"Dear Miss Johanna", hieß es da. "Ich hoffe, es geht dir gut und du genießt den herrlichen Sommer, mit dem wir gesegnet wurden. Ich weiß, dass ich sehr produktiv war und meine Sklavin trainiert habe, um in Blumengewändern ihr Bestes zu geben und gleichzeitig ihren makellos hellen Teint für mich zu bewahren. Ich hoffe, du wurdest von dem Mann, den du deinen Besitzer nennst, gleichermaßen herausgefordert."

Hier wurde ich stutzig, denn schließlich habe ich gar keinen Besitzer.

"Ich möchte Sie beauftragen, eine Audioaufnahme Ihrer Publikation Bizarr Escort Jo in deutscher Sprache mit Ihrer Lesart zu erstellen, die spätestens am 10. September 2019 in endgültiger Form geliefert wird." Als Gegenleistung würde seine Sklavin meinen Text ins Englische übersetzen. Und natürlich solle ich auch meine "Vergütungsstruktur" übermitteln. Äh... wie, was, wo? Was soll ich denn mit einer Englisch-Übersetzung?

Wie? Mein Name soll geändert werden?


Doch der eigentliche Paukenschlag kam erst noch: "Dies wird eine personalisierte Provision sein, bei der der Name der Protagonistin in den Namen meiner Sklavin geändert wird, und ich fordere das vollständige Urheberrecht am fertigen Produkt, das nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt ist, und ich finanziere Ihnen die Beratung durch einen geeigneten Rechtsanwalt, um eine Begleitlizenz zur Kodifizierung dieser Einschränkungen auszuarbeiten. Die Aufnahme wird ausschließlich zu meinem Vergnügen während der Ausbildung meiner Sklavin verwendet."

Und so weiter und so weiter.

Ich sollte also meinen Namen im Buch immer durch einen anderen Namen ersetzen. Für mich eine äußerst seltsame Forderung. Es ist schließlich meine Geschichte! Und nicht die Geschichte von jemand anderem. Am Ende gab sich der Herr noch als Schotte zu erkennen:
"I look forward to hearing back from you soon and to enjoying your voice while reading your book as my beautiful young ex-virgin slave serves her Scottish owner."

Sehr seltsam alles.
Ich habe die Mail erstmal vergessen. Jetzt ist sie mir wieder eingefallen. Also habe ich – mit großer Verspätung und noch größerem Vergnügen – geantwortet:

"Dear Mr X.,

no, thank you.
It's my personal story and I am not willing to read it with another name.

Kind Regards,
Johanna Koltai"

Ja, so unfreundlich kann ich sein, wenn ein Mann denkt, er könne mit seinem Geld alles kaufen. Das geht zuweit. 

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